Dipl. Pädagogin Christine Born bedachte am 25. Mai 2010 in Stockstadt/Rhein mit Lehrkräften die Frage "Wie kann ich mein Lehrerdasein so gestalten, dass ich mich darin wohl fühle?"
Am 4. Februar 2010 feierte der weit über die Grenzen der EKHN hinaus bekannte, für uns seit vielen Jahren im Rahmen der Lehrerfortbildung tätige Bad Nauheimer Theologe und Ikonenmaler Professor Dr. Helmut Fischer seinen 81. Geburtstag.
1929 in Ölhütten inmitten einer kleinen deutschen Sprachinsel in Nord-Mähren geboren, besuchte Fischer von 1939 bis 1945 das Gymnasium in Mährisch-Trübau. Im April/Mai 1945 wurde er noch in einen Kriegseinsatz verwickelt, musste dann im Lager Littau und außerhalb Zwangsarbeiten verrichten und wurde im August 1946 aus der CSSR ausgewiesen. Sein Abitur konnte er deshalb erst 1949 in Idstein ablegen. Fischer studierte danach Ev. Theologie, Psychologie und Philosophie in Wuppertal, Wien und Marburg. Dem schloss sich die praktisch-theologische Ausbildung an den Theologischen Seminaren in Herborn und Friedberg an. 1958 wurde er zum Doktor der Theologie in Marburg promoviert und zum Pfarrer der EKHN ordiniert. Als solcher war er zunächst in Frankfurt, dann in Altstadt/Hachenburg und von 1963 bis 1976 wieder in Frankfurt tätig. Neben seiner Arbeit in der Evangelisch Französisch-reformierten Gemeinde unterrichtete er als Dozent am Theologischen Konvikt Frankfurt. In dieser Zeit entwickelte und praktizierte er den „Thematischen Dialoggottesdienst“, aus dem der erste „Integrative Kindergarten“ der Bundesrepublik Deutschland hervorging.
Im Herbst 1976 kam Fischer dann in die Wetterau. Er übernahm am Theologischen Seminar Friedberg die Professur für Homiletik und Gottesdienstgestaltung und war viele Jahre lang dessen Direktor. Nach seiner Ruhestandsversetzung im Februar 1991 zog er mit seiner Frau Ursula nach Bad Nauheim, wo er seither freiberuflich als Ikonenmaler, Ikonenlehrer, Autor und Vortragender tätig ist.
Fischer kann auf ein reiches publizistisches Werk zurückblicken. Neben zahlreichen Aufsätzen hat er folgende Bücher veröffentlicht: „Glaubensaussage und Sprachstruktur“ (1972), „Sprachwissen für Theologen“ (1973), „Thematischer Dialoggottesdienst“ (1975), „Trauung aktuell“ (1976), „DieTransaktionsanalyse. Anstöße zu einer kritischen Auseinandersetzung“ (1985), „Die Ikone“ (1989/1995/2001), „Die Welt der Ikonen“ (1996), „Christentum“ (2001; dieses Buch erscheint auch in Korea), „Von Jesus zur Christusikone“ (2005), „Maria im Verständnis der Kirchen und die Gottesmutterikone“ (2006), „Musste Jesus für uns sterben?“ (2008) und „Haben Christen drei Götter?“ (2008). In diesem Jahr werden drei weitere Bücher von Helmut Fischer erscheinen: „Schöpfung und Urknall. Klärendes für das Gespräch zwischen Glaube und Naturwissenschaft“ (Frühjahr 2009), „Chancen für ein gemeinsames Abendmahl? Zum Abendmahlsverständnis der großen Konfessionen“ (Herbst 2009) sowie ein Buch, in dem er die „Wunder Jesu“ in Wort und Bild kommentiert (Herbst 2009).
Helmut Fischer ist ein Freund des präzisen Denkens und der klaren Sprache. Mit vorschnellen Antworten gibt er sich nicht zufrieden, auch nicht in Fragen des Glaubens. Diese „philosophische“ Seite Fischers ist gepaart mit einem ausgeprägten Sinn für Spiritualität. Das zeigt sich besonders in seinen ausdrucksstarken Ikonen und in der Art und Weise, wie er seinen Schülern in Malkursen die fremde Welt der Ikonen auch praktisch nahe zu bringen versteht.
Der Versuchung, mit seiner Arbeit den unterschiedlichen menschlichen Sichtweisen rundum entsprechen und damit eine allseitige Zustimmung erheischen zu wollen, ist Helmut Fischer nie erlegen. Gerade auch deswegen sind seine aufklärenden Anstöße von vielen Menschen gern aufgegriffen worden. So kann Helmut Fischer jetzt auf reiche Spuren schauen, die er in seinem bisherigen Wirken hinterlassen hat.
Dipl. Pädagogin Christine Born ging am 19. November 2009 auf einer Gemeinschaftsveranstaltung der Religionspädagogischen Ämter Frankfurt und Offenbach am Main im Großen Saal des Medienhauses der Frage nach: "Wie kann ich mein Lehrerdasein so gestalten, dass ich mich darin wohl fühle?"
Anne Horvath übte am 13. Mai 2009 mit Lehrkräften letztmals Lieder für den Religionsunterricht ein.
Professor Dr. Peter Zimmerling, Universität Leipzig, führte am 11. Mai 2009 in der Johannes-Gutenberg-Schule Gernsheim in Leben und Werk von Charles de Foucauld ein.
Christoph Plath wurde am 15. Dezember 2008 in einem Gottesdienst als Schulpfarrer an der Martin-Niemöller-Schule Riedstadt eingeführt.
"Lieder für den Religionsunterricht". Fortbildung mit Anne Horvath am 17. September 2008 in der Ev. Lauterborngemeinde Offenbach am Main
Fortbildungsveranstaltung mit Professor Dr. Günter Ewald über "Nahtoderlebnisse" am 15. September 2008 in der Johannes-Gutenberg-Schule Gernsheim
Fortbildungsveranstaltung mit Dr. Michael Zimmer, Göttingen, zum Thema "Tinnitus - Leiden als Chance" im Katharina-von-Bora-Haus Offenbach (September 2008)
Lehrerinnen und Lehrer bei einer Fortbildungsveranstaltung mit Professor Dr. Helmut Fischer in der Grundschule Wolfskehlen (Mai 2008)
Lehrerinnen und Lehrer beim Einüben von Liedern für den Religionsunterricht mit Anne Horvath im Mai 2008
"... Keiner hier im Saal soll böse auf mich werden, wenn ich ungerecht und subjektiv erscheine. Ich beobachte sozusagen mit den Augen normaler Zeitgenossen.
I. Zunächst dies: Ich sehe sehr lebendige Gemeinden. Ich lese von unzähligen Aktivitäten. Ich nehme wahr eine erstaunliche Zahl von Aktiven, von Ehrenamtlichen aller Art. Das ist ein kostbarer Schatz der Kirche. Keine andere Größe in der Gesellschaft kann sich dergleichen rühmen.
Man muss immer wieder darauf verweisen. Entgegen den alten Klischees in der öffentlichen Berichterstattung. Entgegen der zuweilen depressiven, pessimistischen Stimmung unter uns selbst. Wir müssen uns nicht in den Himmel rühmen. Aber wir brauchen uns auch nicht in den Orkus zu schämen. Kühles, klares Selbstbewusstsein ist erlaubt.
II. Wir stecken, jedermann sagt es, in einer Epoche des ungeheuren Wandels, auch in der Kirche. Früher hätten wir vielleicht von Reformation gesprochen. Das aber traut sich heute niemand. Zum Glück! Denn diese Scheu ist sachgemäß. Zur Reformation gehört eine große Portion Theologie. Gegenwärtig aber ist übermäßig viel die Rede von Struktur, von Organisations-Entwicklungsplänen, von Rationalisierungseffekten, viel von McKinseys Weisheiten, wenig von der Charismen-Lehre, wenig von der Leib-Christi-Ekklesiologie oder den reformatorischen Elementar-Sätzen und anderen guten theologischen Gedanken.
Das ergibt aber auf Dauer keinen zureichend guten Geist. Ich bitte dringend, vernachlässigt die Theologie nicht. Sie ist lebenswichtig. Sie formt eigentlich das „Profil“ der Kirche. Theologie ist wichtiger als die so genannten „Steuerungsausschüsse“, die in einer evangelischen Kirchenordnung nicht vorgesehen sind. Eine neue Balance ist notwendig zwischen Credo und den Zwängen des Managements. Die Balance wackelt.
III. Wir erleben und erleiden eine neue institutionelle Krankheit. Sie ist hoch ansteckend. Ich nenne sie die Fusionitis. Gewiss, das Fusionieren ist manchmal sehr nützlich und zuweilen sogar erfolgreich verlaufen; wer wollte das bestreiten. Aber manche der sie begleitenden Symptome machen mich unruhig. Und darum geht es mir.
Bei manchen Menschen fördert die Fusionitis die Neigung, alles besser zu wissen als die Brüder und Schwestern nebenan. Sie weckt bei manchen die Lust, mit leichter Hand - und ohne Mandat dafür - Schicksal zu spielen über die Schwestern und die Brüder. Die Fusionitis bringt ferner ein üppiges neues, Kraft verzehrendes Ausschusswesen hervor und viele Gelegenheiten, viel zu reden über Dinge, die wir nicht so genau kennen. Manche möchten am grünen Tisch gerne die ganze Kirche organisatorisch neu erfinden. Ohne Rücksicht auf Verluste.
Ich frage Sie, welche Medizin brauchen wir gegen die Risiken und Nebenwirkungen der Fusionitis? Es ist mehr notwendig als nur ein bisschen guter Charakter.
IV. Natürlich, all das geschieht gewiss nur anderswo, nicht in Altona. Allerdings gleich nebenan, im übrigen Hamburg. Ich spreche von der dort besonders ausgeprägten Methode Hydra, die mit der Fusionitis zuweilen einhergeht. Das funktioniert so: wenn ein Kopf zu viel ist, schlage man ihn ab – wie Herakles es tat. Doch, siehe da, es wachsen dem Ungeheuer nach antikem Brauch Köpfe nach, mehr denn je.
Im fusionierten großen Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein werden es nur zwei sein. Das mag ja noch angehen. Zwei können gut zusammen schirren wie das ja auch in einer Ehe durchaus gut gehen kann. Im neuen riesigen Kirchenkreis Hamburg-Mitte-Stormarn-Harburg wird es demnächst aber wohl sechs Oberhäupter geben, vielleicht sieben.
Wie praktisch. Dann bricht niemand als einzelner unter der neuen Amtslast zusammen; es gibt ja immer noch die anderen und das Leitungskollektiv; und keiner braucht sich in heiklen Situationen voll verantwortlich zu fühlen. Niemand muss klar für Fehler einstehen. Denn - die Hydra hatte ja beschlossen; eine Hydra kann nicht irren. Sie verantwortet nichts wirklich.
An andrer Stelle, nämlich auf der Ebene der nordelbischen Bischöfe, hat sich die Methode der Vielköpfigkeit - leider, sage ich - schon längst verbraucht; da haben wir drei Bischöfe, und keinen so ganz richtig. Die Landeskirche ist zwar dabei, das zu korrigieren. Gleichzeitig aber führt sie ansonsten Vielköpfigkeit frisch ein. Wer kann mir das wohl verständlich machen?
V. Wo bleibt das Positive? Ich bekenne mich zu zwei einfachen Regeln.
1. Das Vertrauen auf das Prinzip Verantwortung. Wer in einem Amt Verantwortung trägt, sorge dafür, dass sie klar definiert ist. Dann kann einer handeln und tun nach bestem Ermessen. Also Verantwortung wahr nehmen. Und sie alsdann verantworten. Dafür möge es klare Instanzen geben. So etwas nenne ich demokratisch. Alles andere kann Kuddelmuddel werden.
2. Das Vertrauen auf das Prinzip Wachsenlassen. Das ist eine schwäbische Weisheit für den Auftrag der Kybernetik, also der richtigen Leitung der Kirche. Lasst sie doch erst einmal wirken, die Prediger und Lehrer, die Liebestatentäter und die guten Menschen aller Art. Mal sehen, was daraus wird – was da wächst. Und dann erst – sagt man in Württemberg - wenn die christlichen Werke und wenn gar neue christliche Gemeinschaft gewachsen sind, üppig und bunt, dann kann man, wenn nötig, die Ordnungen erdenken und die Statuten und Paragraphen und Regeln aller Art. - Erst kommt das Leben und dann die Satzungen, nicht anders herum. Das sollte gelten ..."
Ein Transfer der trefflichen Beobachtungen von Siegfried von Kortzfleisch auf die bildungspolitische Szene ist durchaus erlaubt.
Anlässlich von Fortbildungsveranstaltungen versuchten Religionslehrkräfte, das Rätsel des "Undine"-Turms zu lösen. Vergeblich. Der frühere Leiter des Stadtarchivs Hans-Georg Ruppel klärt das Geheimnis nun auf:
Die „Offenbach-Post“ bemängelte 1953 in einem Artikel süffisant, der Undine-Turm (gemeint ist der Turm der auf der Frankfurter Mainseite gelegenen Rudergesellschaft „Undine“) habe weder Eingang noch Treppe zum Turm. Hier sei dem Schreiber die Geschichte des „Turmbaues“ in Erinnerung gerufen, wie sie 1910 in einem Bildband über Offenbach beschrieben wurde: „Nachdem das Bootshaus (im Nordring) durch den Hafenbau vom Main abgeschnitten worden war, beschloss man, auf der Fechenheimer Seite ein neues zu bauen. Dieses wurde am 24. 5. 1903 eingeweiht. Die grosse Bootshalle im Erdgeschoss bildet den Hauptteil des Hauses. Hieran schliesst sich der mit allem Komfort eingerichtete Umkleide- und Doucheraum an. Auf einer grossen Freitreppe kommt man vom Vestibül in den 1. Stock. Hier befindet sich ein grosser Festsaal. Ein Gesellschafts- und Vorstandszimmer schliessen sich daran an. Von dort aus kann man in das Turmzimmer im 2. Stock und von hier aus auf einer Wendeltreppe nach der Plattform des 20m hohen Aussichtsturms gelangen“. Der Zweite Weltkrieg liess das Bootshaus zu einem Trümmerhaufen werden, es blieb nur der ausgeglühte Turm. Am 19. 9. 1948 konnte die Rudergemeinde die Einweihung des wieder erstandenen, bescheideneren Bootshauses feiern. Der alles überragende Turm wurde allerdings im Laufe der folgenden Jahrzehnte so marode, dass er 1994 erst durch eine „Bausteinaktion“ vor dem endgültigen Verfall gerettet werden konnte. Über eine Leiter ist dieses Wahrzeichen ungebrochener Offenbacher Rudertradition auch weiterhin begehbar. Ob Rapunzel ihn jemals als märchenhaftes Ambiente ausersehen wird? Wer weiß... Doch Märchen haben immer ein gutes Ende.